Und alles in nur einem Rucksack
Na gut, in zwei. Wir hatten jeweils einen großen und einen kleinen Rucksack dabei, im großen alles von Schuhen, Kleidung und Waschzeug bis zu Souvenirs und im kleinen das übliche Handgepäck.
Bei der Wahl des Rucksacks muss man sich zuerst eine Preisgrenze setzen. Hat man diese nicht gesetzt, erwartet einen eine unglaubliche Auswahl an Produkten.
Es gilt: Das Teuerste muss nicht das Beste sein. Wir zogen los mit Rucksäcken, die bei ortsansässigen Discounter nur 40€ gekostet haben. Leider zeigten sich bei einem schon nach nur einer Woche Ermüdungserscheinungen. Vom Gewicht her waren die Rucksäcke in Ordnung und auch die Größe sollte bis kurz vor Schluss ausreichen.
Auf was muss ich achten?
Wichtig ist, dass man den Rucksack bequem tragen kann. Wenn es möglich ist, den Rücksack voll beladen und ein oder zwei Stunden auf dem heimischen Wald- oder Feldweg spazieren gehen. Nur mal eben eine Viertelstunde testen, bringt nichts. Ausserdem ist es von großem Vorteil, wenn der Sack ein- oder mehrfach geteilt ist, man also die Schuhe von unten herausholen kann, ohne den gesamten Inhalt ausräumen zu müssen.
Die Reiseapotheke
Die Lieblingskategorie eines jeden Hypochonders ist die medizinische Versorgung auf Reisen. Aber auch den nicht der Hypochondrie Verfallenen sei eine kleine Reiseapotheke ans Herz gelegt. Welche der aufgeführten Mittelchen dann letztlich auch wirklich mit dabei sind, bleibt natürlich jedem selbst überlassen. Die Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit – im Zweifel können da sicherlich Arzt oder Apotheker weiterhelfen.
Weiter unten findet sich die “Standardmedizin”, die man evtl. sogar schon Zuhause hat (von der letzten Erkältung, vom letzten Kater, …). Wer will, kann sich die Zusammenstellung direkt per Mausklick von einer Online-Apotheke bestellen – wer das nicht mag, kann sich die Liste ausdrucken.
Es handelt sich hier natürlich um Arzneimittel, die gewisse Nebenwirkungen haben können. Wenn ihr euch nicht zu 100% sicher seit, dass ihr die Produkte auch vertragt, fragt bitte, wie es so schön heisst, euren Arzt oder Apotheker!
| Beschwerden | Mittel | Link |
| Kopfschmerzen | Aspirin Plus C | Aspirin Plus C 20 Stk. |
| Ibuprofen | IBU Ratiopharm 400 | |
| Durchfall | Imodium Akut | Imodium Akut Plus |
| Übelkeit und Reisekrankheit (Motion Sickness) | Superpep Kaugummi | Superpep Kaugummi |
| Erkältung Fieber | Aspirin Complex | Aspirin Complex 10 Stk. |
| Erkältung Husten | ACC akut | ACC Akut 600 |
| Erkältung Halsschmerzen | Neo Angin | Neo Angin zuckerfrei |
| Wunden | Jod | noch nicht vorhanden! |
| Lippenbläschen | Kamistad | Kamistad Gel |
Kleidung in Australien
In Australien ist es erstmal eines: warm! So zumindest denkt man sich das in der Regel. Wenn man aber wie wir die Reise Anfang Dezember beginnt, stellt man sehr schnell fest, wie kalt es werden kann. Tagsüber hat man dann locker über 25°C und nachts friert man sich alles ab. Wer plant, sowieso nur in Motels oder Hotels zu übernachten, kann die Zusatzdecken getrost Zuhause lassen, wer sich aber mit dem Gedanken trägt, zu Zelten, sollte an einem guten Schlafsack nicht sparen.
Die eigentliche Kleidung kann sich auf ein Minimum beschränken. Das Waschen in sogenannten Coin-Operated Washing Machines (Münzwaschern) kostet Stand 2006 in etwa 2-4 A$ – je nach Touristenmenge an Waschort. Trockner stehen in der Regel direkt danaben. T-Shirts und Surfwear, also Flip-Flops (in Australien >Thongs< - was überall sonst eigentlich Tanga bedeutet) und Bermudahosen kauft man sowieso vor Ort, garantiert! Also reicht es, wenn man zwei, drei T-Shirts mitbringt. Allerdings muss man sich im Klaren sein, dass der T-Shirt- oder überhaupt der Kleidungs-Verbrauch stetig steigt, je weiter man nach Norden und damit in die Tropen kommt. Socken zieht man dann nur noch notgedrungen an, wenn dann doch mal die Wanderschuhe zum Einsatz kommen sollen und kurzzeitig die Badelatschen ablösen. Bequeme (Wander-)Schuhe sind wichtig, da es gerade in den Städten zu Fuss viel zu sehen gibt.
Kleidung im Einzelnen
Wahrscheinlich muss hier jeder seine eigenen Erfahrungen machen – nach meiner Einschätzung hatte ich viel zu viel dabei, was sich in einem überfüllten und schweren Rucksack bemerkbar machte. Wer komplett im eigenen Auto reist, braucht sich um ein schweres Gepäckstück natürlich weniger Gedanken machen, aber selbst dann nervt das Suchen, die Aus- und wieder Einpackerei im nächsten Backpacker tierisch.
Ich empfehle genügend Unterwäsche mitzunehmen, um etwa eine Woche ohne Waschen auskommen zu können. Wer viel Wandern will, braucht genügend Socken und gute Regenkleidung – wer das nicht macht, wird sich irgendwann gegen Socken wehren (viel zu warm…).
Im Prinzip gilt: es reicht, wenn man die Kleidung mitnimmt, die man für die ersten drei oder vier Tage braucht – den Rest kauft man sich vor Ort. Wir haben auf unserer Reise Leute getroffen, die sich zusätzlich mehrere Taschen und Koffer nur für die gekaufte Kleidung kaufen mussten. Da jeder mit Surfermarken wie Billabong, Quiksilver oder Ripcurl durch die Gegend läuft, kommt man nicht umhin, in einen dieser Läden zu gehen (auch, wenn man normalerweise garnicht gerne einkauft…).
Pflege für Haut und Haar…
Hinterher ist man immer schlauer. So sind wir bereits mit übervollem Kulturbeutel in Frankfurt gestartet, d.h. Sonnenschutz, Riesenduschgel, Shampoo, und und und. Mein Tipp für das nächste Mal: Alles erst dann kaufen, wenn man es auch wirklich benötigt. Da in Australien die Strassen mit Werbeplakaten zum Sonnenschutz zugepflastert sind und Anti-Hautkrebs-Spots im Fernsehen hoch und runterlaufen, sind eigentlich sämtliche Sonnencremes, After-Sun-Lotions und Lippenpflege-Stifte genau so billig oder billger als bei uns. Außerdem reicht es sowieso nicht, eine Sonnencreme mitzunehmen – es sei denn, man plant nur ein paar Tage Australienurlaub.
Man braucht auf jeden Fall:
Sonnencreme – reichlich, ständig! Ich habe die rotgebratenen Touristen immer für Idioten gehalten, man hat aber keine Vorstellung, wie heftig die Strahlen in diesem Eck des Globus’ sind, wenn man es noch nicht erlebt hat. Also immer eincremen (es wird seinen Grund haben, wenn sogar im Kinderfernsehen ständig wiederholt wird, dass man sich immer in der Sonne eincremen soll und dann trotzdem in den Schatten soll, wann immer es möglich ist.
Zusätzlich zur Sonnencreme macht eine After-Sun-Lotion Sinn – wir haben eine Art Gel benutzt und wurden nicht enttäuscht.
Nimmt wenig Platz weg, ist aber wichtig: Lippenbalsam mit UV-Schutz. Wir hatten dann doch zwei oder auch drei (ein geräumiger Rucksack steht in krassen Gegensatz zu einem winzigen Stick, der irgendwo nach unten gerollt ist), da die Dinger aber Minimalkosten verursachen, greift man gerne mal öfter zu.
Neben Sonnenschutzprodukten braucht man natürlich Dinge wie Duschgel, Zahnbürste und -creme, Taschentücher, Wattestäbchen, vielleicht Haargel, ein kleines Handtuch, evtl. Rasierer, Rasierwasser und Klingen – mit Sicherheit auch ein Deodorant.
Von allen Produkten bieten sich im Zuge von Gewichts- und Platzreduzierung kleine Verpackungseinheiten an, die aber nicht immer so einfach zu bekommen und meist deutlich teurer sind. Beim Rasierer würde ich zu Einwegprodukten raten. Man muss sich immer wieder vor Augen halten, dass man in Australien fast alles genauso bekommt, wie im Drogeriemarkt um die Ecke, alle großen Marken sind vertreten und unterscheiden sich meist lediglich im Namen oder Verpackungsdesign.
Und alles immer griffbereit
Als Reisender wird man fast jeden Tag an einem anderen Ort sein, deshalb ist es wichtig, sein täglich benötigtes Gepäck schnell zugänglich und komplett zu haben. Es spricht alles für den guten alten Kulturbeutel – allerdings sollte man eine robuste Ausführung wählen. Wir hatten die billigsten Varianten des “Waschsalon” von Jack-Wolfskin (um die 14 Euro) dabei und waren damit durchweg gut bedient. Er hat einen kleinen Blech- oder Aluspiegel eingearbeitet, der nicht wirklich gut, aber deutlich haltbarer als Glas ist.
