Archiv für die Kategorie „Costa Rica“

Schön, schön, bei 30°C in den Flieger und bei 0° wieder raus…

Mittlerweile sind wir also wieder im kalten Stuttgart gelandet, wirklich viel ist auf die letzten Tage auch nicht mehr passiert. In der vorletzten Nacht im Corcovado-Nationalpark hatten wir noch mit einem Skorpion im Bad zu kämpfen, der sich aber im Nachhinein als nicht sonderlich giftig herausstellte.

Der Rückflug von Palmar Sur nach San José klappte prima – ein bisschen Sorgen hatten wir schon, weil eine Reservierung per CB-Funk für uns nicht gerade alltäglich ist. Zurück in der gleichen Pension in Alajuela, in der wir auch zum Start unserer Reise waren, verstanden wir dieses Mal sogar ein paar Worte der nur-spanisch-sprechenden Dame und konnten auch ohne Reservierung einchecken. Außer drei stadtweiten Stromausfällen und einem Zoobesuch im Zoo Ave ist dann wirklich nichts mehr passiert… jetzt heisst’s spanisch lernen und weiter geht’s!

Mehr kann man für sein Geld echt nicht erwarten: Washington Post (englisch) … und hier noch mal was kurzes dazu in deutsch (Quelle Googlenews):

Schweres Erdbeben erschüttert Panama

Washington (AFP) — Ein schweres Erdbeben hat den Westen Panamas erschüttert. Wie die US-Erdbebenwarte mitteilte, war durch das Beben der Stärke 6,2 ein Gebiet an der Grenze zu Costa Rica betroffen. Das Epizentrum befand sich demnach etwa 60 Kilometer südwestlich von David, Panamas drittgrößter Stadt. Berichte über Opfer oder Schäden lagen zunächst nicht vor.

Wir lagen zu der Zeit im Bett und dachten, die Welt geht unter. Wenn man sich das auf einer Landkarte anschaut, waren wir auch nur geschätzte 100 km vom Epizentrum entfernt.

Der Bootstrip am Freitag war – obwohl notwendig, um in diese abgelegenen Regionen zu kommen – einfach der Hammer!

Rio Sierpe

Zuerst ging es etwa eine halbe Stunde über den mächtigen Rio Sierpe, in dem wir am Donnerstag noch beim Abendessen ein Krokodil direkt neben dem Restaurant sehen konnten, und anschließend vielleicht eine Stunde über offenes Meer, was in der kleinen Nussschale und meterhohen Wellen ungeahnten Spass brachte (man hatte auch ohne Sicherungsvorkehrungen oder Rettungswesten das Gefühl, der junge Käpt’n weiss, was er tut). Außerdem sprach dieser englisch und konnte sich so für jede zu schnell genommene (und damit schmerzhafte und feuchte) Welle entschuldigen…).

Das Landungsmanöver war unglaublich, wir schossen quasi 2 Meter über dem Boden im Wellenkamm entlang und knallten auf den Strand – eigentlich unbezahlbar, analog dazu muss wohl der Adrenalinkick beim Bungee-Jumping sein.

Nachdem wir unsere abgeschiedene Hütte in Beschlag genommen hatten, wurde schnell klar, dass wir die geplanten 4 Tage noch um einen erweitern mussten. Super Strand, direkt im Regenwald, eine Insel 18 km vor der Küste, die sich für Ausflüge anbietet, alles, was man braucht und noch mehr.

Strand Osa

Am Tag darauf – Samstag, 6:30 Uhr – gingen wir mit unserer Führerin auf eine Regenwaldwanderung mit Strandabschnitten und mehreren Flussdurchquerungen (inkl. Krokodil). Das Tolle war, dass nur wir zwei und die supernette Führerin, eine hier lebende Biologin, im Wald unterwegs waren – zumindest haben wir keinen anderen Menschen getroffen und deshalb auch vermutlich mehr gesehen, als eine größere Gruppe. Gegen 14:30 Uhr waren wir wieder zurück und haben den Tag mehr oder weniger ausklingen lassen. Hier wird es gegen halb 6 dunkel und der Stromgenerator läuft bis maximal um 10 – dann ist Sense. Mein nun selbstgebasteltes Stromkabel mit US-Stecker funktioniert einwandfrei, allerdings gibt es hier nur eine einzige Steckdose, die einigermaßen zugänglich ist. Die ist in der Küche festgeschraubt und ich musste sämtliche bisher gesammelten Spanischkenntnisse anwenden, um meine Digicam laden zu können (was dringend notwendig war). Aber die “Mama” alias Köchin verstand mich sehr schnell und ließ mich in die Küche rein (dummerweise funktionierte die Steckdose dann für den zweiten Akku nicht mehr und ich bin schon wieder am Stromsparen…).

Am Sonntag war nichts los – nur Strand, ein paar Kilometer laufen, Affen und Nasenbären beobachten und Babyschildkröten auf dem Weg ins Wasser bestaunen – am Montag ging es auf die nahe gelegene Caño Island, um im 5-6m tiefen Wasser zu schnorcheln. Auf dem Rückweg gab’s noch ein paar Delphine und Wale aus der Nähe zu betrachten und schon wieder war ein Tag rum.

Heute, Dienstag, steht wieder nichts auf dem Programm. Eigentlich wollten wir zum nahe gelegenen Rio Claro wandern, der dank – nomen est omen – sehr klarem Wasser toll zum Schnorcheln geeignet ist. Leider hat es nach etwa einer Stunde zu regnen angefangen und wir sind zurückmarschiert. Weil man hier immer so extrem früh aufwacht, waren wir bereits um 10.00 Uhr wieder zurück und hängen deshalb in der Hütte respektive Hängematte rum (und schreiben Blog). Morgen geht’s schon wieder weiter – zurück nach Sierpe per Boot, dann nach Palmar Sur per Bus und dann nach San José per kleiner Propellermaschine… diese haben wir gestern per CB-Funk und Kreditkartennummer reserviert – sehr, sehr cool das Ganze. Zuerst müssen wir noch klären, wie wir die zusätzliche Nacht und die Bar bezahlen sollen. Wir haben noch 100$ und 26.000 Colones in bar, Kreditkarten nehmen sie wohl nicht, Travellerschecks muss ich mal fragen und sonst haben wir nur noch ein paar Euro. Hört sich eigentlich viel an, allerdings kostet hier eine Büchse Bier 3 Dollar und man soll ja bei den Temperaturen viel trinken… Over and out!

Nachtrag Mittwoch: Sind wieder in Alajuela! Bester Flug unseres Lebens bisher, weil es besser als in ‘ner Achterbahn war… Unser Geld hat fast auf den letzten Cent genau gereicht – leider war deshalb nur sehr wnig Trinkgeld für die netten Menschen drin. Jetzt wieder in der Zivilisation: Strom der rund um die Uhr aus Steckdosen kommt, offene WLANs, heisse Duschen und Fernsehen!

Als wir am Dienstagmorgen im deutschen Hotel Belvedere fertiggefrühstückt hatten und es ans Auschecken ging, fragte uns Manfred, der Inhaber, wo es denn jetzt hinginge. Als Tagesziel stand San Isidro fest, dazu mussten wir zuerst nach San José, um dort den richtigen Bus zu erwischen.

Als er unser Ziel erfuhr, holte er erst einmal die aktuelle Tageszeitung heraus und zeigte uns die verschüttete Interamericana – genau in Richtung Süden… Zwei Tage Reparaturarbeiten wurden angesetzt, die allerdings erst mañana, also ab morgen. Ganz eindeutig war der Bericht aber nicht, wir konnten also nicht sicher sagen, ob eine Durchfahrt heute noch möglich wäre. So oder so, unser Bus nach San José fuhr um 8.30 Uhr ab und wir mussten los. Die Fahrt in die Hauptstadt lief problemlos und wir kamen 5 Stunden später dort – in der Nähe des berüchtigten Coca-Cola-Busbahnhofs – an. Leider hatten wir keine Ahnung, wo der nächste Bus starten sollten und liefen deshalb ziemlich planlos durch die Stadt, bis uns ein – vermutlich – Obdachloser ansprach, dass er uns bestimmt helfen könne. Die 5 Taxifahrer zuvor waren auch schon überzeugt, dass sie uns helfen könnten, allerdings wurden wir bei den goldbehangenen Menschen eher skeptisch, ob das mit rechten Dingen zuging. Um es kurz zu machen, der Typ hatte sich eine Liste besorgt, auf der sämtlichen Busterminals verzeichnet ware – diese benutzte er, um dem Taxifahrer den Weg zu weisen und den Preis für uns zu verhandeln. Nicht ganz uneigennützig, aber so kamen wir für knapp 5 Dollar inkl. Taxi ans Ziel, ein paar Minuten, bevor der Anschlussbus kam.

Die drei Stunden nach San Isidro waren Höchstbelastung für Mensch und Maschine, der Busfahrer überholte auf der fast durchweg nur 2spurigen (also eine hin und eine zurück) Interamericana minütlich irgendwelche LKWs und fast nie konnte er mehr als 50 Meter sehen… Dass wir dabei die Unglücksstelle aus der Zeitung auf einem nur drei Meter breiten Streifen und den höchsten Punkt der Interamericana, den Cerro de la Muerte (Todesberg) passierten, trug ebenfalls nicht gerade zu Beruhigung bei. Schließlich stoppten wir in San Isidro und wir checkten in ein teures (48$) Motel ohne Frühstück, dafür aber mit ständig wegbrechendem Wifi ein.

Am nächsten Tag stand die Suche nach dem Busterminal für Donnerstag und mal wieder wechseln von Travellerschecks an. Das Terminal war schnell gefunden, das Wechseln dauerte dieses Mal aber ewig, weil irgendwas nicht stimmte und direkt mit der American Express Hotline geklärt werden musste. Anschließend wollten wir im Reserva Fudebiol ein wenig wandern gehen, wozu man dort (~7km) erstmal hinkommen musste. Bei der Gelegenheit sind wir dann mal gleich in ein nichtlizenziertes Taxi eingestiegen… ist aber gar nicht wild, wir wurden nicht ausgeraubt, allerdings musste der Fahrer zweimal nach dem Weg fragen und war ein bisschen teurer, als eigentlich ausgemacht (er hatte wohl Football statt Fudebiol verstanden und gedacht, wir wollen zu einem Fußballplatz…). Die Wanderung war gut, allerdings fing es, als wir das “Taxi” verließen, zu regnen an und hörte nicht mehr auf, bis wir 5 Stunden später wieder im Motel ankamen. Noch schnell Abendessen und an ins Bett, am Donnerstag hieß es um 4:45 Uhr aufstehen – es geht halt immer noch ein bisschen früher.

Den Bus nach Palmar Norte und den Anschlussbus nach Sierpe haben wir dank frühem Aufstehen problemlos erreicht und so kommt es, dass wir jetzt hier auf dem Zimmer sitzen. Noch teurer (60$), dafür aber weder Internet noch Handynetz… Zu tun gibt es hier wohl nicht viel, im Laden hier waren wir schon, Mittagessen auch schon und im Park auch schon. Mehr gibt es nicht und außerdem ist es drückend heiß, weshalb wir hier unter der Klimaanlage liegen und lesen bzw. schreiben. Morgen um 11 fährt uns ein Boot in die Poor Man’s Paradise Lodge, da gibt’s zwar auch kein Internet, dafür aber wohl einiges an Natur zu sehen. 4 Nächte sind geplant und wenn es dann irgendwie geht, wollen wir nach San José zurück – per Flugzeug. Scheinbar kostet der Flug um die 70$ und ist um einiges schneller und einfacher, als die Interamericana wieder insgesamt 7 Stunden hochzufahren.

Mein toller Stromadapter zum Digicam- und Notebook-Laden ist mit gestern oder vorgestern verreckt.. ich hoffe mal, ich finde irgendwo Ersatz oder europäische Steckdosen, sonst ist’s bald vorbei mit dem Bilderschießen und Bloggen…

Nachtrag Freitag: Hier im Park gibt’s tatsächlicch WLAN! Und außerdem hab ich in einem “Supermarkt” einen Stromstecker gefunden, den ich mithilfe eines alten Kabels ladetauglich machen könnte… Schau mer mal.

Aus dem Nebelwald direkt an den Strand. Naja, direkt ist vielleicht ein wenig schöngeredet… Wir haben es am Samstagmorgen wiedermal pünktlich (6.30 Uhr) auf den Bus geschafft – raus aus Santa Elena über die bereits erwähnten, extremen “Straßen”. Mit dem Bus ist es noch um ein vielfaches abenteuerlicher als mit dem Auto. Erschwerend hinzu kam, dass wir nicht etwa solange im Bus bleiben durften, bis dieser seine Endstation erreichen sollte, sondern dass wir in irgendeinem Nest an der Panamericana aussteigen mussten, um einen Anschluss an den – nochmal – nächsten Anschlussbus zu bekommen.

Erstaunlicherweise verstand der Busfahrer, als wir zum ersten Mal auf der Interamericana waren, mein gestammeltes “¿Samara?” und ließ uns sammt Gepäck den Bus verlassen. Der nächste Bus hatte leider keinerlei Hinweis angebracht, wo er denn hinfahren würde, auf Nachfrage von Carina meinte diese aber zu verstehen, dass uns der Fahrer schon sagen würde, wann wir aussteigen sollten. Das tat er auch tatsächlich und deutete sogar auf die nächste Haltestelle, an der der nächste Bus abfahren sollte – nach Nicoya (aus irgendeinem Grund fahren Busse immer an einem völlig anderen Ort los, als man angekommen ist). Schon eine Viertelstunde später kam dieser Bus, nur um uns und eine Hand voll anderer Menschen (allesamt Einheimische) nicht reinzulassen. Der Fahrer wollte ein Ticket… oder sagte, dass er voll sei… oder Schmiergeld gern gesehen ist… keine Ahnung, auf jeden Fall blieben wir draussen. Es kamen im Laufe der nächsten zwei Stunden noch ein paar Busse, die aber alle nicht in Richtung Nicoya fuhren. Die Zeit verbrachten wir damit, dem Verkehr auf der Interamericana zuzuschauen (wie das offenbar auch sehr viele Ticos sehr gerne und ausdauernd machen). Der Ort, der nur aus einer Kreuzung und Tankstelle zu bestehen schien, gab auch nicht viel mehr an Sehenswürdigkeiten her. Dann endlich kam der passende Bus, der leider wieder bis zum Anschlag voll war, uns aber einen Stehplatz anbot. Die Fahrt sollte nur etwa eine Stunde dauern und so war diese auch stehenderweise auszuhalten.

Am späten Vormittag landeten wir schließlich in Nicoya, stiegen prompt eine Haltestelle zu früh aus (dass es nur eine Haltestelle war, verdanken wir einem Tico, der mich quasi ohne Worte darauf hinwies, hier nicht auszusteigen, sondern noch ein bisschen zu warten…). Trotzdem war Hektik angesagt, da der nächste – und hoffentlich letzte – Bus in zwanzig Minuten, um Punkt 12 Uhr mittags, fahren würde. An sich sehenswert, für uns aber eher hinderlich war, dass in Nicoya irgendein toller Umzug stattfand, der sämtliche Straßen in der Innenstadt (alle drei) verstopfte und wir uns, beladen mit den Rucksäcken bei drückender Hitze, zwischen Ochsenkarren und berittenen Cowboys durchschlängeln und -drängeln mussten, bis wir endlich den Busbahnhof gefunden hatten. Zeitgleich fuhr auch der (klimatisierte) Bus ein, mit dem wir gekommen waren und den wir zu früh verlassen hatten ;-).

Wenn man wie wir in der Nebensaison weil Regenzeit reist, kann man davon ausgehen, dass man fast überall allein unter den Einheimischen ist (sieht man von den Tourisachen ab) und deshalb die Blicke und das Geschäftsleben auf sich zieht. So dauerte es etwa zwei Sekunden, bis uns der erste Taxifahrer fragte, wie’s uns denn so ginge (¿Cómo estás?), um uns anschließend einen “good price” zu machen. Das etwa eine Stunde entfernte Sámara – unser Tagesziel – war aber in einem Taxi normalerweise nicht bezahlbar zu erreichen, verglichen mit dem spottbilligen (zwei oder drei Dollar) Bus, weshalb wir dankend ablehnten, noch bevor wir den “good price” gehört hatten.

Deutet man die Tatsache, wie leicht man als Tourist zu erkennen ist als Nachteil, so ist das nur die halbe Wahrheit. Man erkennt nämlich auch sehr schnell andere “Fremde” und ist quasi sofort auf dem gleichen Level, bekommt Tipps und tauscht sich kurz & meist oberflächlich aus. Die hier auf der Bank wartenden zwei Mädels aus Kanada hatten neben ihrer bleichen Haut (die sie wie uns noch deutlicher als Touri outet) nämlich auch schon einen guten Preis von einem anderen Taxifahrer mitgebracht. Der Gute wollte insgesamt nur 30 Dollar für die Strecke – für alle vier, also grade mal 15 Dollar für uns zwei. Die Sache war schnell klar und das Gepäck im Taxi – 45 Minuten später waren wir im Hotel Belvedere, das einem deutschen Auswanderer gehört.

Wie es sich für Deutsche gehört, alles sauber und rein, allerdings auch alles voll mit Deutschen… egal, der Strand ist super, die Leute nett, das Leben billig – wir bleiben hier ;-). Tja, schön wär das.. aber es zieht uns weiter Richtung Süden. Die Karibikseite fällt dank Überschwemmung und Malaria ins Wasser, weshalb wir grob auf der Pazifikseite bleiben werden.

VamosDeLaPlayaSámara

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